Der Garmin Forerunner 610 löst bei mir aktuell den Garmin Forerunner 405 ab, daher kann ich beide Geräte jetzt bestens Vergleichen. Warum ich mir den neuen Forerunner 610 geholt habe? Gute Frage. Denn eigentlich kann der Forerunner 405 alles was ich brauche und ich bin mit ihm sehr zufrieden. Aber als technikbegeisterter Läufer bin ich einfach schwach geworden, das neue Touch-Display hat mich interessiert, genau wie damals beim 405er der Touch-Ring. Außerdem motiviert mich neues „Spielzeug“ im Laufalltag zusätzlich, und der Forerunner 405 hat mit rund 250 Trainingseinheiten auch schon einen guten Dienst geleistet.

Aber wie schlägt sich der neue Garmin Forerunner 610 im Vergleich zum Forerunner 405? Ist die Bedienung per Touch-Screen wirklich noch einfacher und Intuitiver im Vergleich zum Touch Ring des 405er?

Wenn man beide GPS Uhren direkt nebeneinander legt und vergleicht, so fällt auf, dass sich das neue Top-Modell von Garmin in den Maßen nur unwesentlich verändert hat. Durch den Wegfall des Sensor-Rings und die neue Touch-Screen Bedienung ist die Oberfläche komplett eben, ohne Rand und die GPS Uhr wirkt dadurch etwas flacher. Tatsächlich unterscheiden sich die beiden Pulsuhren aber nur im kleinsten Millimeterbereich voneinander, trotzdem wirkt der neue Forerunner 610 etwas moderner (vielleicht auch weil ich den 405er schon lange habe).

Das Innenleben scheint sich ebenfalls sehr zu ähneln. Die Satellitenerfassung geht im 610er etwas schneller, das mag aber auch von Fall zu Fall unterschiedlich sein, je nachdem wann und wo der letzte Satelliten Fix war. Die Genauigkeit der Streckenaufzeichnung und der Geschwindigkeitsmessung ist bei beiden Geräten sehr gut. Dan kann keine iPhone App der Welt mithalten.

Wurde mein 405er Modell noch mit einem klassischen Brustgurt ausgeliefert zur Pulsmessung kommt der neue Forerunner 610 jetzt mit einem etwas leichteren Textilgurt, der sehr angenehm zu tragen ist. Aber Vorsicht bei der Bestellung! Es gibt auch günstigere Angebote wobei man hier auf den Brustgurt zur Pulserfassung verzichten muss. Aber man kann weiterhin einen „alten“ vorhandenen Brustgurt z.B. vom 405er nutzen, ebenso wie anderes Ant+ kompatibles Zubehör wie den Laufsensor zur Messung auf dem Laufband.

Die Software des neuen Trainingscomputers – denn mittlerweile ist für diese Klasse der Pulsuhren das Wort „Trainingscomputer“ mehr als angebracht – ist bekannt, es gibt ein paar nette Verbesserungen auf die ich später eingehe.

Doch zunächst zur augenscheinlich wichtigsten Neuerung, die Touch-Screen Bedienung. Ich war schon einigermaßen skeptisch, vor allem wie das bei Regen oder schweißnassen Fingern klappen soll. Dazu muss man wissen, dass der Touch-Sreen des Garmin Forerunner 610 nicht vergleichbar ist mit einem Touchscreen eines iPhones oder eines anderen Smartphones. Vielmehr ist er für die Bedienung mit spürbarem Druck oder mit den Fingernägeln gedacht. Also ein wenig wie früher, als man die ersten Touchscreens noch mit einem extra Stift bedient hat. Was zunächst gewöhnungsbedürftig ist, macht aber durchaus Sinn. Denn mein erster Trainingslauf mit dem Forerunner 610 fand in strömendem Regen statt. Und geschwitzt habe ich auch noch dazu. Und siehe da, der Touch-Sreen muss nicht gesperrt werden, er reagiert gar nicht auf Regen oder Schweiß und lässt sich während des Trainings sehr gut mit einem sanften Fingernagel-Wisch bedienen. Das ist im Vergleich zum Forerunner 405 fast noch etwas besser denn beim 405er konnte Regen den Touch-Ring schon mal stören.

 

Fazit zur Bedienung des Garmin Forerunners 610: Sehr gut

 

Die Software die mitgeliefert wird beschränkt sich auf ein Handbuch und Treiber für den ANT+ Stick zur Drahtlosen Datenübertragung. Weitere Software muss man aus dem Internet kostenlos laden. Hier bekommt man dann das kostenlose und bekannte Garmin Training Center. Mit diesem Programm kann man Trainingseinheiten sehr exakt planen und erstellen und danach direkt auf den Forerunner schicken. Das ist auch einer der Hauptpunkte, die für mich das Training mit GPS Uhr rechtfertigen: Man kann einen Trainingsplan sehr exakt befolgen und sehr effektiv trainieren. So kann ich z.B. bei einem Intervalltraining einfach angeben, dass ich 4x 1000 Meter in einer bestimmten Geschwindigkeit laufen will, zwischen den Intervallen je 400 Meter langsam traben will und schon kann ich auf einer beliebigen, unbekannten Strecke exakt und sehr zielgerichtet trainieren, ohne langweiliges Training auf der Tartanbahn oder auf dem Laufband, denn die Streckenmessung genau wie das Einhalten der gewünschten Geschwindigkeit übernimmt die GPS Uhr für mich.

Der Forerunner 610 hat nun zusätzlich zur akustischen Warnung beim Verlassen der Zielwerte einen Vibrationsalarm. Das kann hilfreich sein, kann aber auch zu Beginn wenn man sich mit dem Einstellen von Alarmen gespielt hat und z.B. die Pulsobergrenze knapp bemessen hat zu lustigen, dauerhaft vibrierenden und piependen Unterarmen führen… Eine weitere neue Funktion ist dass der Forerunner 610 den Trainingseffekt misst und zeigt, wie intensiv das Training ist bzw. war und ob man eher die aerobe Leistung verbessert oder nur ein wenig die Kondition erhalten hat.

Was mir besonders Spaß macht, ist die Auswertung über Garmin Connect. Die Oberfläche bietet viele Möglichkeiten zur Auswertung, man kann sich den Lauf auf einer Landkarte genau ansehen und bestaunen, wie genau man sogar erkennt, an welcher Stelle man z.B. die Straßenseite gewechselt hat. Neu ist die Möglichkeit, nicht nur gegen einen Virtual Partner mit einer einzustellenden Geschwindigkeit zu laufen, sondern man kann auch echte Trainings wieder auf die GPS Uhr zurück übertragen und dann gegen die eigene Zeit laufen. So kann man die übliche Laufrunde immer wieder verbessern und man ist motiviert, immer noch ein Stück schneller zu werden und die eigene Zeit zu schlagen.

 

Fazit zum Garmin Forerunner 610 im Test:

 

Wer noch keine GPS Uhr hat und auf nichts verzichten möchte liegt mit dem Forerunner 610 goldrichtig. Wer günstiger zu einem guten Training mit GPS Unterstützung kommen will, kann mit dem kleineren 405er oder 410er Modell auch viel Spaß haben, die gelungene Touchscreen-Bedienung und das gute Softwarepaket machen den Garmin Forerunner 610 für ambitionierte und technikbegeisterte Läufer zu einer klaren Kaufempfehlung!

 

Hier kann man den Garmin Forerunner 610 günstig kaufen:

 


Update: Wer in den Trainingsseiten die Seite mit Uhrzeit und Datum ausblenden oder löschen will muss hoffen dass Garmn ein Update heraus bringt, denn diese Funktion ist laut Garmin nicht vorgesehen. Aber mal ehrlich, wer interessiert sich beim Training oder im Wettkampf für Datum und Uhrzeit? So kann man aber einfach das automatische Wechseln der Trainingsseiten unterbinden, das Wechseln der Trainingsseiten per Fingerzeig macht ohnehin Spaß.

Update 2: Auch auf dem Fahrrad kann man mit dem Garmin Forerunner 610 gut trainieren. Der spezielle Fahrradmodus mit angepasstem Display zeigt dann die zurückgelegten Kilometer, die Stoppuhr und die aktuelle Geschwindigkeit in KM/h. Das ist auch konfigurierbar, amcht aber so absolut Sinn. Und im direkten Vergleich zu meinem Sigma Tacho ist die Messung von Strecke und Geschwindigkeit sehr exakt, die Abweichung beträgt ca. 3% wobei mit Fahrradtacho auch nicht geeicht ist oder sowas. Also, noch ein Grund mehr den Forerunner 610 zu kaufen. Nur die Akkulaufzeit von rund 8 Stunden bei aktivem GPS schränkt die Nutzung auf Fahrradtouren ein, da muss man unter Umständen auch mal nachladen, wenn man an einem Tag mehr als 8h Fahrrad fahren will.