Klettern

Immer wieder werde ich gefragt, ob es nicht gefährlich ist zu Klettern. Schließlich hört man immer wieder von Unfällen und auch von tödlichen Unfällen. Also, wie gfährlich ist Klettern wirklich?

Natürlich birgt der Klettersport gewisse Risiken. Aber im direkten Vergleich zum Reitsport zum Beispiel hat man 99,9% der Risiken selbst in der Hand.

Wie gefährlich ist das Klettern in einer Kletterhalle?

Zunächst muss man unterscheiden, ob man in der Halle kletttern (oder gar bouldert) oder ob man draußen Klettert. In der Halle ist das Risiko, dass eine Sicherung ausbricht gleich null, im Freien kann das je nach Klettergebiet schon mal passieren. Also in einer Halle liegt das Risiko allein bei den beiden Kletterpartnern. Ich beobachte in letzter Zeit im Zuge der steigenden Beliebtheit des Klettersports leider auch eine steigende Anzahl an Leuten, die das ganze zu locker nehmen. Ich habe auch schon Kletterer in der Halle angesprochen, wenn ich gesehen habe dass sie falsch oder zu lasch sichern. Man muss beim Sichern aktiv mitdenken und wissen, ob der Partner gerade etwas mehr Seil benötigt (um ihn nicht aus der Wand zu ziehen) oder ob es im Moment besser ist, die Sicherung sehr eng zu halten.

Es gibt ja keine Regel, im Prinzip darf jeder Klettern und Sichern, der sich das zutraut. Dabei sollte es in meinen Augen gerade in den Kletterhallen des DAV eigentlich immer eine Art "Hallenwart" geben, wie im Schwimmbad einen Bademeister, der den Leuten hilft, Tipps zum besseren Sichern gibt oder auch mal jemandem sagt, dass er oder sie so nicht sichern darf und dass ein Kletterkurs sehr ratsam wäre. Auch hier hat der Kletterer selbst die Verantwortung, wem er seine Sicherung und damit sein Leben anvertraut.

Wie gefährlich ist das Klettern im Freien?

Das Klettern im Freien birgt zusätzliche Risiken. Zunächst möchte ich mich darauf beschränken, Sportklettergebiete zu bewerten. Denn wer freie Touren in ungesichertem Gelände unternimmt sollte sich ohnehin dem großen Risiko bewusst sein.

Aber auch in großen Sportklettergebieten gibt es mehr Risiken als in einer Kletterhalle. Sicherungshaken, die im Felsen stecken können ausbrechen, denn der Fels kann sich verändern und z.B. durch Wassereinschlüsse und Frost spröde werden. Bevor man in ein unbekanntes Klettergebiet geht sollte man auf jeden Fall einen aktuellen Kletterführer ansehen. Dort wird oft auch die Beschaffenheit der Sicherungen bewertet, der Hakenabstand oder auch die Art der Haken. Neue, einzementierte Klebehaken sind sehr gute Sicherungen, alte eingeschlagene Haken oder gar alte Bandschlingen an der Umlenkstelle sollte man wenn möglich vermeiden. Man sollte sich auch niemals alleine auf eine Sicherung verlassen, auch beim Umlenker sollte der Ring idealerweise doppelt gesichert sein und mit einer Kette mit einer zweiten Bohrung verbunden sein. Auch wer sich einen Stand baut sollte das berücksichtigen. Und beim neuen einbinden unbedingt den Knoten zweimal prüfen und wenn möglich auch einmal in den Sicherungsgurt setzen wöhrend man noch eine zusätzliche Standsicherung hat.

Sollte das nicht der Fall sein oder ist die Sicherung aus anderen Gründen nicht ideal, dann ist es immer besser, eine Bandschlinge oder auch eine Expresse zu opfern, ein paar Euro Material an der Wand zu lassen ist besser als ein unnötiges Risiko einzugehen.

Das alles klingt jetzt tatsächlich recht gefährlich. Aber wenn man alles verantwortungsvoll umsetzt und berücksichtigt, kann man das Risiko sehr deutlich eindämmen. Wer verantwortungsvoll klettert und vor allem sichert der hat ein sehr überschaubares Risiko und kann viel Spaß am Klettersport erleben.

Am vergangenen Wochenende sind in den Alpen leider wieder 2 Kletterer tödlich verunglückt. Ich möchte nicht über die Unfallursachen spekulieren, aber ich möchte das zum Anlass nehmen, nochmal eindringlich auf die Gefahren beim Klettern hinzuweisen.

Zumindest in dem einen Unglücksfall ist bei einem Sturz wohl auch ein Sicherungshaken gebrochen. Man sollte sich deswegen wieder einmal bewusst machen, dass eine Sicherung beim Klettern im Freien anders als eine in eine genormte Kletterwand geschraubte Sicherung eben keine 100%ige Sicherheit bieten kann. Der Fels arbeitet, die Beschaffenheit des Hakens ändert sich im Laufe der Zeit unter den Einflüssen der Witterung und auch der Fels selbst arbeitet und bewegt sich. Alleine durch Regen, Wind und Frost könen Routen, die letzte Saison noch sicher waren zur Gratwanderung werden.

Bitte seid euch alle beim Klettern im Freien bewusst, dass es immer ein Risiko ist. Und wann immer es geht, verlasst euch nicht auf eine einzige Sicherung, versucht immer mindestens an zwei Sicherungshaken gesichert zu sein. In Klettergärten, wo Sportkletterrouten (Einseil-Touren) geschraubt sind, sind die Umlenker meistens ohnehin mit zwei Schrauben im Fels verankert, was schon eine sehr große Sicherheit bietet, auch wenn es, ich wiederhole mich, im Freien niemals eine 100%ige Sicherheit geben kann und selbst in Kletterhallen passieren Unfälle, die aber meistens nicht mit mangelnden Sicherungsmöglichkeiten zu tun haben.

Trotzdem lasse ich gerne zusätzlich mindestens die letzte Expresse so lange wie möglich zusätzlich in der Wand und nehme sie dann beim letzten mal abseilen wieder mit runter. Und sollte es wirklich mal problematisch werden und man ist sich nicht sicher, wie vertrauenswürdig eine Sicherung ist, dann opfert lieber Material und lasst eine Expresse in der Wand hängen, die kostet ein paar Euro. Und nicht das Leben.

Also, viel Spaß weiterhin beim Klettern, unterschätzt aber niemals das Risiko, überschätzt das eigene Können nicht, denn Klettern im Freien lässt sich nur bedingt in Schwierigkeitsgraden messen. Ich bin schon 6er draußen vorgestiegen, ohne Probleme und bei anderen Routen bin ich im Vorstieg bei einer 5er Tour fast gescheitert. Kein Falscher Ehrgeiz, den könnt ihr in der Halle oder am besten beim Bouldern ausleben. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein schönes und unfallfreies Wochenende!

Der Kletterhelm Madillo von Edelrid wird schon seit einiger Zeit in allen möglichen Zeitschriften und Kletterführern beworben und neulich hatte ich erstmals einen in der Hand bzw. auf dem Kopf. Wem der Name allein nichts sagt - Edelrid - Madillo - Kletterhelm - sollte sich den Namen einprägen und ernsthaft überlegen, den alten Kletterhelm an den Nagel zu hängen.

Denn während der klassische Kletterhelm dann doch oft ungenutzt im Keller liegt weil er nicht in den Kletterrucksack passt oder einfach zu sperrig und klobig ist, ist der Madillo von Edelrid eine echte Neuheit. Er lässt sich zusammenklappen und falten, so dass er kompakt und klein in jeden Rucksack locker noch rein passt. Dazu werden die beiden Seitenteile unter das Mittelteil geschoben und danach der Rückwärtige Teil darüber geklappt. Das funktioniert in der Praxis sehr einfach, schnell und gut. Einzig die Scharniere des rückwärtigen Teils sind nicht sehr massiv und ich würde den Helm deswegen zusammengeklappt auch nicht einfach in den Rucksack stopfen sondern vorsichtig eibpacken und nicht unten in den Rucksack unter die Karabiner und Expressen stecken.

Aber ansonsten macht das System einen wirklich soliden und durchdachten Eindruck auf mich, das Design ist frisch und modern, die Klappmechanik einmalig und der Helm trotzdem sicher und passt quasi auf jeden Kopf, denn er lässt sich gut einstellen für alle gängigen Kopfgrößen. Also, ich empfinde den Kletterhelm Madillo von Edelrid als echte Bereicherung meiner Ausrüstung, es gibt einen Grund weniger, keinen Helm dabei zu haben und die Verwandlung vom großen Kletterhelm zum kleinen Klapphelm fasziniert immer wieder.

Hier gibts den Kletterhelm günstig und Versandkostenfrei!

Der neue Globetrotter in München hat seit ein paar Wochen eröffnet. Die genaue Anschrift lautet:

Globetrotter Ausrüstung
Isartorplatz 8 - 10
80331 München

Der Laden besticht durch das moderne Design, den guten Service und vor allem das Konzept "Erlebnis". So kann man dort in einem Wasserbassin mit Gegenstromanlage verschiedene Kajaks und Paddelboote direkt ausprobieren und testen. Wer eine gute Regenjacke sucht, kann sie in der Regendusche mit Windkanal direkt ausprobieren, wie dicht sie wirklich ist und wer eine Expedition im Gebirge plant kann seinen Schlafsack in einer Kältekammer probieren, und dabei direkt den Luftdruck von 4.000 Metern Höhe spüren.

Dieser Raum lässt sich auch für gezieltes Höhentraining buchen, dort stehen in simulierten 4.000 Metern Höhe einige Cardiogeräte wie Laufband, Fahrrad oder Crosstrainer bereit. Das kann zur Vorbereitung auf eine große Bergtour sehr gut sein.

Natürlich kann man bei Globetrotter München auch nur ganz normal schoppen. Dazu stehen 6.500 qm Verkaufsfläche zur Verfügung. Auch Kletterschuhe kann man direkt ausprobieren an der eigenen Kletterwand. Auch das Personal dort bei Globetrotter ist sehr gut, rund 100 Mitarbeiter stehen vor und hinter den Kulissen bereit um den Kunden beim Outdoorshopping zu helfen.

Genau so muss ein Laden aussehen, der mit Online-Shops nicht nur preislich konkurrieren möchte, sondern wo man auch gerne bereit ist, ein paar Euro mehr zu bezahlen und dafür wirklich gut beraten zu sein und alles ausprobieren zu können. Weiter so, Globetrotter.

Die Highlights von Globetrotter München auf einen Blick:

  • 125 Quadratmeter große Höhen-Kältekammer
  • 60 Meter lange Schuhwand
  • 458 Quadratmeter große Wasseraktionsfläche mit Gegenstromanlage
  • Regenkammer
  • gläserner Klettertunnel
  • 260 Quadratmeter Kinderland

Video der härtesten Kletter-Routen in den Alpen

Hardest of the Alps from story.teller on Vimeo.

Wer diesen Film ganz anscheut, wird die härtesten Kletter-Touren der Alpen sehen und wie scheinbar locker die zwei Spanier Iker Pou und Eneko Pou (die beiden sind Brüder) diese Klettereien bewältigen.

Besonders beeindruckend finde ich ja, wie locker der Typ bei 3:12 im Vorstieg mit dem Daumen greift und dann einen weiteren Finger der anderen Hand auf eine Leiste legt und gut ist. Wirklich schwer vorstellbar für einen normal begabten Hobby-Kletterer. Aber beeindruckend. Und die Bilder sind auch sehr schön. Wenn man unter so einem massiven Überhang hängt, gefühlte Millionen Tonnen Fels direkt über einem. Das ist schon beeindruckend.

Und ich wusste nicht dass die Huber Buam (die mit dem Werbespot für Milchschnitte) auch italienisch können :-)

Sollte jemand die Routen nachgehen wollen (auf eigene Gefahr):

  • Solo per vecchi guerrieri Feltriner Dolomiten, 150 m, 8c / Erstbegangen durch Manolo
  • Pan Aroma Nordwand der Östlichen Zinne, 400 m, 8c / Erstbegangen durch Alexander Huber
  • Zahir Wendenstöcken, 300 m,8b+ / Erstbegangen von Wolf und Gunter Habersatter